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Ilias Ermenidis

« Der Augenblick, wo ein Akkord ein Parfüm wird,
ist ein magischer Moment voller Hoffnung… Und daran glaube ich! »

Ilias Ermenidis empfängt mich in seinem Büro in Manhattan. Er ist charmant und umgänglich und erzählt gerne von seinen Kreationen, seinen Vorlieben und seinen Leidenschaften: Dazu gehören natürlich Parfüms, guter Wein, schöne Uhren und alle anderen schöne Dinge. Er ist stolz von griechischer Herkunft zu sein und erlernte das Handwerk der Parfümerie in Frankreich. Er arbeitete für Firmenich, wo er seine Mentoren kennenlernt. Danach geht er in die USA. Ilias Ermenidis fühlt sich in unterschiedlichen Kulturen wohl und er macht sie sich alle zu eigen. Aus Griechenland hat er die Wärme, aus Amerika den Optimismus und die Frische.
Er hat sehr unterschiedliche Parfüms geschaffen, darunter Givenchy pour Homme, Gucci by Gucci oder Heavenly Bloom von Victoria’s Secret.

Von Julien Lévy

Ilias Ermenidis, wen hätten sie sein wollen, abgesehen von sich selber ?
Ehrlich gesagt möchte ich zur Zeit niemand anderes sein, trotz meiner zahlreichen Fehler !
Aber ich wäre auch gerne Arzt, Galerist, Schriftsteller, Architekt oder Chamäleon geworden!

Ihre erste Begegnung mit Parfüms ?
Als Kind war ich von dem Geruch meines Vaters fasziniert. Es war eine Mischung von Niveacreme und Old Spice, die ich sehr elegant fand. Meine erste wirkliche Begegnung mit einem Parfüm hatte ich an dem Tag, als ich in unserem Familienhaus in Konstantinopel beim Stöbern auf einen Flakon von Yves Saint Laurent stieß, den meine Mutter von einer Reise mitgebracht hatte.

Das erste Parfüm, das sie getragen haben ?
Seit meiner Kindheit Old Spice, danach viel Vetiver von Carven sowie Yatagan von Caron.

Ihre Lieblingsblume ?
Die Fleur de la Nuit, die beim Sonnenuntergang duftet, mag ich besonders. Seit Jahren versuche ich ihre Formel in meinem Kopf zusammenzusetzen.

Ihre bevorzugten Rohstoffe ?
Elegante Hölzer, Ambrox, sonnige Noten wie Mimose oder ungewöhnliche Zutaten, wie Davana oder Strohblume.

Welches Parfüm eines anderen Designer hätten sie gerne geschaffen ?
Der Perfektion von Amarige, von Diorella, von Acqua di Gio pour Homme, von Heure Bleue, und dem neuen Rose31 (le labo, AdR) werde ich nie müde, aber ich könnte noch mehr Parfüms zitieren!


Sie definieren sich als einen kosmopolitischen Designer, wie werden sie von den verschiedenen Teilen der Welt, die sie mögen, inspiriert ?
Es gibt Städte und Orte, die eine magische Inspirationskraft besitzen:
Wenn sie Aspekte eines Parfüms wären, dann wäre Paris Eleganz und Charakter, meine griechischen Inseln Wärme und Transparenz, New York und San Paulo Energie und Sucht, Istanbul Magie und Mysterium, Rom romantische Sinnlichkeit, Rio wäre die üppige Natur, Buenos Aires und San Francisco der Retrocharakter, eines erneuerten Klassiker und zum Schluß Barcelona Licht und Flüssigkeit.


Welche Künstler haben ihrer Meinung nach einen Bezug zu Parfüms?
Es gibt Designer deren Werke bei mir nachhallen. Ich finde bei ihnen auch dann eine duftende Dimension, wenn sie sie gar nicht beabsichtigt haben. Zum Beispiel Frank Ghery ohne Winkel aber mit Unebenheiten, der freche Jeff Koons, Berlioz und Debussy für ihren bildhaften Charakter.

Ein Reiseziel, das sie begeistert ?
Vor kurzem Rio de Janeiro für seine Einwohner, seine beeindruckenden Landschaften, seine farbigen und wohlriechende Märkte, sein 70er Jahre Look und vor allem sein Potential !


Welchen Modedesigner mögen sie besonders ?
Yves Saint Laurent, Alexander McQueen, Jean-Paul Gaultier und Valentino. Es sind Künstler und Poeten und Handwerker mit sehr viel Talent.

Woher kommt bei ihnen die kreative Freude ?
Die kommt von dem Ort meinem Büro in Manhattan !
Aber mal ernsthaft: Wenn eine neue Idee, die sehr persönlich ist, zu einem Projekt paßt und man auf die Autobahn der Kreation kommt. Es ist der Augenblick, wo ein Akkord ein Parfüm wird, ist ein magischer Moment voller Hoffnung. Und daran glaube ich ! Es ist die Naivität der Kreation.

Ilias Ermenidis, was ist ihr persönlicher Luxus ?
In 5 Worten : meine Leidenschaft verwirklichen zu können, dafür bin ich sehr dankbar, das ist ein großes Privileg.