osMoz > Magazine > Informationsblätter > L'eau Duelle von Diptyque

L'eau Duelle von Diptyque

Das für den Schulanfang geplante L'eau Duelle de Diptyque überdenkt das Thema der Vanille neu; was überrascht, wenn man die Welt der Marke kennt. Dennoch steht dieses Eau de Toilette im Zusammenhang mit dem aktuellen Trend, der dazu neigt, diesen Rohstoff jenseits der vorgezeichneten Wege zu interpretieren, weit weg von dem zu süßen Lebensmittelgeruch, den man ihm oft nachsagt.

L'eau Duelle de Diptyque

Fast so, als würde es daran erinnern wollen, dass die Vanille ursprünglich ein Gewürz ist, handelt es sich hier um eine kaum süße Vanilleart, mit einer pfeffrigen Ausgangsnote und aromatischen Akzenten. Dieses von Fabrice Pellegrin kreierte Eau Duelle (dem wir ebenfalls Do Son aus demselben Haus verdanken) öffnet sich über einer würzigen Kardamom-, Safran- und Eleminote (die übrigens ein leichtes Frischegefühl in der Kopfnote einbringt).

Dieser stark würzige, fast ein wenig kampferhaltige Einstieg ist vielleicht nicht mein bevorzugter Augenblick, verleiht der Vanille jedoch eine gewisse Originalität. Danach wird der Duft sanfter, da sich die Präsenz der Firnat-Vanille in der Komposition bemerkbar macht (von Firmenich entwickelt), d.h. eine süße, pudrige Vanille, mit Noten von Wacholder und schwarzem Tee versetzt, wodurch sie sich eindeutig von der herkömmlichen Vanille absetzt.

Tatsächlich entwickelt sich auf meiner Haut nach und nach ein holziger Ton. Je mehr sich die subtilere Note der Bourbon-Vanille etabliert, machen sich Vetiver- und sogar Weihrauchakzente bemerkbar, die dem Duft eine dunklere Seite von rauchiger Vanille verleihen. In diesem Stadium entsteht fast ein „Bleistiftminen-Effekt”, zumindest erscheint mir das so. Dieser Aspekt scheint auf jeder Haut zu variieren, sodass Eau Duelle je nach der Person, die es trägt, mehr oder weniger weiblich oder männlich erscheint, was noch durch den Namen unterstrichen wird.

So „dunkel” diese Vanille auch sein mag, wirkt sie jedoch durch ihre transparente und besonders zarte Textur nie zu betörend. Aus diesem Grunde erscheint mir der Duft auch im September tragbar (Zeit des Spätsommers), da er weder erdrückend noch aufdringlich ist. Dieses Parfum hinterlässt keine große Duftwolke, auch wenn es gut auf der Haut hält und ist durch seine dunkle Seite, die ihm etwas Geheimnisvolles verleiht, ebenfalls im Winter zu tragen.

Der Geruch von ungesüßter Vanille ist amüsant und ist zum Beispiel ungefähr das, was Milchschokolade für schwarze Schokolade mit 70% Kakaogehalt ist. Ich habe gelesen, dass sie auch an armenisches Papier erinnern soll. Das ist zwar nicht das, was sie bei mir erweckt, aber sie erinnert mich an leicht holzige Elemente, die man zu Beginn beim Vanille-Absolue eher ätherisch wahrnimmt (bevor es süßlicher wird). Deshalb gefällt das Parfum sicher auch Personen, die die Süße der herkömmlichen Vanille langweilen. Mögen diejenigen, die Vanille mit süß verbinden, beruhigt sein, da die Ambernote in der Basisnote den Duft runder und weiblicher gestaltet.

Alles andere als wärmeerzeugend, entwickelt sich Eau Duelle langsam zu einer sehr angenehmen, milden und leicht pudrigen Ambernote, die man nicht mehr missen möchte. Insgesamt handelt es sich um eine trockene Vanillenote, die jedoch nicht weniger sinnlich ist, da sie sehr warm wirkt und an ferne Länder denken lässt. Das ist wahrscheinlich auch das angestrebte Ziel, da Eau Duelle wie die Gewürzstraße beschrieben wird, die die Vanille durchquert, um bis zu unseren westlichen Nasen zu gelangen.

L'Eau Duelle wird ab September in verschiedenen Formaten erhältlich sein: Vaporisator 50 ml für 58 Euro, 100 ml für 78 Euro und als Solidparfum für 30 Euro.

Sophie Normand.