Fast so, als würde es daran erinnern wollen, dass die Vanille ursprünglich ein Gewürz ist, handelt es sich hier um eine kaum süße Vanilleart, mit einer pfeffrigen Ausgangsnote und aromatischen Akzenten. Dieses von Fabrice Pellegrin kreierte Eau Duelle (dem wir ebenfalls Do Son aus demselben Haus verdanken) öffnet sich über einer würzigen Kardamom-, Safran- und Eleminote (die übrigens ein leichtes Frischegefühl in der Kopfnote einbringt).
Dieser stark würzige, fast ein wenig kampferhaltige Einstieg ist vielleicht nicht mein bevorzugter Augenblick, verleiht der Vanille jedoch eine gewisse Originalität. Danach wird der Duft sanfter, da sich die Präsenz der Firnat-Vanille in der Komposition bemerkbar macht (von Firmenich entwickelt), d.h. eine süße, pudrige Vanille, mit Noten von Wacholder und schwarzem Tee versetzt, wodurch sie sich eindeutig von der herkömmlichen Vanille absetzt.
Tatsächlich entwickelt sich auf meiner Haut nach und nach ein holziger Ton. Je mehr sich die subtilere Note der Bourbon-Vanille etabliert, machen sich Vetiver- und sogar Weihrauchakzente bemerkbar, die dem Duft eine dunklere Seite von rauchiger Vanille verleihen. In diesem Stadium entsteht fast ein „Bleistiftminen-Effekt”, zumindest erscheint mir das so. Dieser Aspekt scheint auf jeder Haut zu variieren, sodass Eau Duelle je nach der Person, die es trägt, mehr oder weniger weiblich oder männlich erscheint, was noch durch den Namen unterstrichen wird.
So „dunkel” diese Vanille auch sein mag, wirkt sie jedoch durch ihre transparente und besonders zarte Textur nie zu betörend. Aus diesem Grunde erscheint mir der Duft auch im September tragbar (Zeit des Spätsommers), da er weder erdrückend noch aufdringlich ist. Dieses Parfum hinterlässt keine große Duftwolke, auch wenn es gut auf der Haut hält und ist durch seine dunkle Seite, die ihm etwas Geheimnisvolles verleiht, ebenfalls im Winter zu tragen.