Trendheft

Nude-Töne für die Damen und Schwarz in Überdosierung für die Herren bilden die Trend-Höhepunkte des Augenblicks. Das Ganze von einer anständigen Portion Optimismus und Fantasie begleitet.

Nude- & Puder-Töne

Hautfarben, helle Beige- und Cremetöne, pudriges Rosa: nach dem Make-up sind Nude-Töne bei Parfums zu Gast. Gleich mehrere Kreateure haben diesen farblichen Erfolgstrend für ihre Flakons oder Werbungen übernommen.
Das ist u.a. der Fall von Bottega Veneta und Elie Saab für ihr jeweils erstes Parfum: ein leicht ledriger Chypre-Duft im ersten Fall, ein weißes Bouquet für Elie Saab. Für alle, die Nude-Farbtöne mögen, hat Valentino sie für die Brosche seines Flakons Valentina als Farbabstufung gewählt, ein Floriental-Duft mit einem Hauch Weißer Trüffel. Für den pudrigen Chypre-Duft Dahlia Noir von Givenchy und für L’Air von Nina Ricci nehmen die Farbtöne leichte Rosa-Nuancen an.
All diese Neuheiten strahlen eine schicke Mischung aus raffiniertem Couture- und sanftem Vintage-Stil aus.

Ultrablack

Bei den Herren feiert nach mehrjähriger Abwesenheit die Farbe Schwarz ihr großes Comeback. Auf Seiten der Flakons ist sie allgegenwärtig: gleichermaßen bei den frischen und den kräftigen Düften. Was allerdings eher neu ist, ist die Tendenz der Kreateure, vollkommen opake schwarze Flakons anzubieten, ganz im Gegensatz zu dem, was vor Kurzem noch üblich war.
Dieser ultraschwarze Trend vermittelt eine Botschaft von Kraft und Vertrauen, die besonders die junge städtische Klientel auf ihrer Suche nach trendigen und verführerischen Parfums anspricht. Auch Hugo Just Different, ein fruchtig-frischer und holziger Duft und Armani Code Sport, ein würzig-spritziger Hesperiden-Duft, surfen auf dieser Trendwelle. Aber selbst die kräftigeren und orientaleren Noten wählen diesen Farbcode, u.a. Kokorico von Gaultier, ck one shock for him von Calvin Klein und Decibel von Azzaro, drei holzige Oriental-Düfte, die jeweils eine Kakao-, Tabak und Aldehyd-Facette aufweisen. Der neoklassische Fougère-Duft Legend von Montblanc präsentiert sich ebenfalls in einem schwarz-opaken Etui.
Bei den Damen ist die intensiv schwarze Tendenz noch relativ selten. Cacharel hat sie allerdings bereits für Amor Amor Forbidden Kiss gewählt, ein Gourmand-Duft mit einem Hauch des Verbotenen und Kaffeenoten.

Optimismus-Kur

Obgleich manche Wirtschaftsforscher meinen, dass die Krise noch nicht beendet sei, scheint das für die Modeschöpfer doch schon der Fall zu sein! Bei zwei der neuesten Lancierungen legten die Marken Wert darauf, eine Botschaft voller Optimismus zu übermitteln. So nennt Yves Rocher seinen aktuellen Frauenduft zum Beispiel: Moment de Bonheur (Glücksmoment). Der sanfte und fröhliche Duft enthüllt Rosennoten mit grünen und holzigen Facetten. In der Werbung von L’Air von Nina Ricci, die von der Nouvelle Vague der 50er- und 60er-Jahre inspiriert wird, mischt sich Glück mit Sorglosigkeit und einer Musik mit Retro-Charme. Etwas moderner ist hingegen die Werbung des Parfums Kenzo Madly, die ebenfalls auf die Glückskarte setzt, allerdings mit einer Prise von Verrücktheit und vielen Farben.

Die Verpackungen strahlen ihrerseits gute Laune und Lebensfreude aus. Das trifft zum Beispiel auf das fuchsienfarbene Etui mit der Zeichnung einer jungen Frau von Prada Candy zu oder auf den extravaganten Tüll-Verschluss von Lovestruck von Vera Wang.
Der Optimismus scheint in diesem Jahr zwar eher ein weiblicher Trend zu sein, aber nicht ausschließlich. Paul Smith bringt nämlich die Düfte Optimistic („optimistisch“ auf Englisch) als Duo heraus. Gleich ein doppelter Grund zum Positivieren!