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"Mein Klassiker und ich " von Olfactorum

Mein großer Klassiker: Fahrenheit von Dior

Bereits in meiner Jugend bin ich manchmal mit meinen Freunden, Freundinnen oder mit meiner Familie in die Parfümerie neben meiner Schule gegangen, wo man ungezwungen aussuchen konnte. Von dem Image, den Farben, der Stimmung von Fahrenheit fühlte ich mich angezogen.
Als es herauskam, hatte ich es mit neugierigem Enthusiasmus entdeckt. Es war meine erste Liebe für einen Duft. Damals ähnelte er nur den Parfüm, von dem es inspiriert war, daß heißt Grey Flanel. Aber durch eine Note, die ich sofort erkannte und die mich am meisten anzog, war er anders: weiches Leder, das für mich ein Akkord von Veilchen, Zedernholz, Styrax und Vanille war. Er unterschied sich auch sehr von den Farnkrauts wie Azzaro und Drakkar Noir, die den Markt überschwemmten. Früher, als es keine Nischenparfüms gab, wagte Dior Akkorde mit einer starken Persönlichkeit.

In Fahrenheit kann ich die grünen und zärtlichen Maiglöckchen erkennen, die seit der Epoche von Roudnitska für den Stil von Fahrenheit typisch sind. Er hat aber auch eine seltene Zärtlichkeit, die Ende der 80er Jahre gar nicht im Trend lag. Ein gesäumtes Veilchen in einem Akkord von tiefem und warmen Leder.
Ich finde Fahrenheit ziemlich abstrakt, weil ich nicht in der Lage bin, es zu beschreiben, was mich wiederum an die Natur erinnert. Das Parfüm ist, wie die Blumen, die den Flakon dekorieren, in gewisser Hinsicht ein ziemlich kompakter Block, der wenig variiert und in seiner Entwicklung keine Nuancen besitzt. So paßt er perfekt zu dem Konzept der Temperaturschwankungen, wie ein Farbspektrum. Ich kann mir leichter vorstellen ihn anzufassen, so sehr erinnert er durch seine Zärtlichkeit an die Struktur von dem weichem Leder einer schönen Jacke oder an gedämpfte Wolle.

Er paßt genauso gut zu Jeans - Polo - Lederjacke, wie zu einem Anzug und hat sich mit der Zeit als Herrenklassiker durchgesetzt.
Und da es ein Klassiker ist, wird er sehr viel getragen. Und hatte er etwas, was nur ihnen gehörte, so wird er jetzt von vielen anderen Männern geteilt. So mußte ich ihn durch ein persönlicheres Parfüm ersetzen und Méchant Loup hat seinen Platz eingenommen.
Im Nachhinein finde ich aber auch einen Farnkrautton, der etwas seifig und süß ist und ihn ein bißchen älter macht. Er wurde wenig kopiert, vielleicht weil ihn einige zu weiblich finden. Fahrenheit hat keine direkten Nachfolger gehabt und bliebt sich insofern selber treu. Nur einige Sommereditionen, die mehr oder weniger geschickt und frisch waren, kamen heraus. Heute betont die Version Absolu die Wärme der Gewürze und den Lederaspekt, der tiefer liegt. Außerdem ist sie weniger blumig als das Original, aber auch weniger <vermischt>.
Aber trotz allem, und das ist etwas, was er mit Héritage von Guerlain teilt, ist Fahrenheit der Duft meiner Jugend, der mich an eine Epoche erinnert, die mich immer ein wenig in eine besondere Stimmung versetzt.

Mein Klassiker von Morgen?

Welcher der neuen Parfüms kann mein zukünftiger, großer Klassiker werden ? Fast ohne zu zögern würde ich For Him von Narcisso Rodrigez nennen. Aber leider, mit großem Bedauern, spricht er mich nicht besonders an und paßt nicht zu meiner Sammlung von Musc Collection, die ich aufgehört habe. Es ist ein zukünftiger Klassiker, zeitgenössisch, sehr männlich, ungeheuer originell und mit einem einzigartigen Stil. For Him spielt geschickt mit den Eigenschaften von männlichen Parfüms und bleibt zugleich klassisch. Er flirtet mit Blumen in einer modernen Art, die typisch für bestimmte Rohstoffe ist, darunter das neue Synthesemoschus.

Zum Autor

Es gibt sicherlich etwas von Jean Baptise Grenouille in Méchant Loup, denn meine Nase weht sehr früh im Wind, Ich bin natürlich nie so weit gegangen, wie er, aber habe trotzdem viele Gemeinsamkeiten, was Parfüms und den Geruchssinn angeht. Schon sehr früh war ich davon angezogen und jetzt nehme ich schließlich einige <Parfüm-Kurse>. Die Idee kam mir in der Osmotheque und da habe ich sofort etwas unternommen. Das Schicksal hat es nicht gewollt, daß ich mit Parfüms mein Geld verdienen konnte. So habe ich 2008 beschlossen, einen Blog zu machen, nur aus Lust für diese Leidenschaft. Als Name habe ich den meines Parfüms gewählt.
Es war vor allem eine persönliche Entscheidung, und so konnte ich mir nicht vorstellen, daß der Blog meine Leidenschaft neu vermittelt… mit Leidenschaft.
Entdecken sie den Blog : http://olfactorum.blogspot.com