Die Marken werden der Romantik einfach nicht überdrüssi... Ok
Habanita (Molinard) von Sophie Normand, von My blue hour
|
Ich hätte über L'Heure Bleue sprechen können, das für meine Nase schönste Parfüm ist. Aber ich habe darüber schon so viel auf meinem Blog erzählt… So habe ich Habanita ausgewählt, das ich fast genauso mag. Vor allem ist es der Duft, der mich in die Parfümwelt eingeführt hat. Es ist der Fetisch-Duft meiner Jugend, in gewisser Hinsicht meine erste Liebe. Vor einem Jahr war ich wieder seinem Charme erlegen und ich mag es noch fast genauso. Der einzige Unterschied ist, daß ich es nicht mehr so oft tragen kann wie früher. |
|
Durch ihn habe ich danach die orientalischen und puderigen Parfüms genauso schätzen gelernt, wie die Vanilledüfte. Ich war mir niemals bewußt gewesen, daß ich Vanille mochte, bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal Habanita gerochen habe. Seitdem suche ich in allen Laits Corporels oder Duschgels diese dunkle, sinnliche, rassige holzige Vanille, die man in Habanita riechen kann. |
|
|
Die Kopfnoten von Habanita sind aber etwas sauer, was nicht immer angenehm ist. Das liegt wahrscheinlich an seiner Zitronennote im Kopf, die mit Galbanum, Bergamotte und Orangenblume verbunden ist. Aber nach den ersten Minuten oder der ersten Viertelstunde kommt ein einzigartiger, dichter Duft, bei dem man sofort eine einzigartige Sinnlichkeit bemerken kann, etwas orientalisches, die aus dem blumigen Herz hervortritt. Auch wenn man die Jasmin und die Ylang Ylang gut riechen kann, so besteht der Duft von Habanita auch aus Rosen. Aber das Zedernholz gibt ihm einen etwas holzigen Charakter, das den Duft von Ambra und Tabak ankündigt. Dazu kommen anschließend Noten von Vetiver, die die Ambra, Benzoe, Vanille und nicht zu vergessen den Moschus. Aber Habanita wäre nicht was es ist, ohne die berühmte Sonnenwende, die ihm etwas puderiges verleiht, was seinen Charme ausmacht. Man kann auch Akzente von Leder bemerken, die in Version des Extrait präsenter sind. |
|
Das stimmt. Sich mit Habanita zu parfümieren, ist so als ob man sich von einer zügellosen Wolke der Sinnlichkeit umgibt. Mit diesem Duft taucht man direkt in eine warme, laszive Welt ein. Man denkt an Havanna, an eine kubanische Atmosphäre. Einmal hat man mir gesagt, daß ich ein "aphrodisisches" Parfüm habe. Man kann also nicht sagen, daß es andere gleichgültig läßt. Es ist wirklich verzaubernd. Außerdem ist es für ein Eau de Toilette (die Form, die am meisten im Handel zu finden ist) sehr andauernd. Früher sagte man, daß es 'das hartnäckigste Parfüm der Welt' sei. Habanita wurde 1921 geschaffen und war zunächst für Frauen gedacht, die den Geruch von Zigaretten verdecken wollten. Erst 1924 wurde es ein richtiges Parfüm. Daher kommt vielleicht seine Ausdauer und seine kraftvolle Verbreitung. Es ist unnötig zu viel aufzutragen, sonst verliert es fast ganz seinen Charme und wird etwas zu schwer. |
|
|
|
Zum Autor :
Sophie Normand hat uns verraten, daß sie seit ihrer Jugend eine Leidenschaft für Parfüms hat. Auf My blue hour, den Blog, den sie 2008 geschaffen hat, tauscht sie sich über ihre Lieblingsparfüms mit anderen Parfümfans aus. 'Ich hatte Lust, über ein anderes Thema zu schreiben, als mit dem, womit ich mein Geld als Web-Redakteurin verdiene', erzählt sie. Der Wahl des Namens ihres Blogs ist kein Zufall: 'Ich habe ihn My Blue Hour als Hommage an mein Lieblingsparfüm, L'Heure Bleue, genannt'. |