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Hippie Birthday 1968 - 2008

Flower Power, Rock, frische Düfte, Patschuli, 1968 wehte ein zärtlicher Wind durch die Luft. Heute gibt es nicht nur bei den Parfums viele Parallelen mit dieser Epoche des Protests, der Freiheit und der kreativen Erneuerung. Ein Beitrag zum Geburtstag.
Beitrag von Nicolas Olczyk

Protest und kreativer Neuanfang

2008 greifen die Medien in der ganzen Welt oft auf 1968 zurück. Jedes aktuelle Ereignis wird zu einer Anspielung auf die rebellischen und unruhigen Jahre der Freiheit. Kriege, die länger dauern (Vietnam und Irak), Studentenunruhen, Aufschwung in den Entwicklungsländern, aber auch kulturelle Erneuerung und Interesse an der Ökologie. Zu den berühmten Slogans der Epoche gehört: 'Es ist verboten zu verbieten' oder 'Make Love not war'.

Die Protestbewegung von 1968 hat einen großen kreativen Einfluss auf die Mode und die Parfums gehabt. Auch in den folgenden Jahren hat es neue Geruchstendenzen gegeben, wie zum Beispiel das Patschuli. Seine likörartige, holzige und rassige Note ist zur Zeit wieder sehr in, sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern. Die alternativen Marken benutzen ihn in fast roher Form, aber auch die großen Marken nehmen ihn für den Duft ihrer Produkte, wie euphoria men intense von Calvin Klein, elle von Yves Saint Laurent, for him und for her von Narciso Rodriguez.

Die andere Geruchstendenz, die sich im Zeitgeist der Erneuerung abzeichnet: Die frischen Eaux. Nach dem Erscheinen von L'Eau Sauvage (ein Parfum von 1966, das immer noch ein Bestseller ist), haben mehrere Designer in den folgenden Jahren ihr eigenes Eau herausgebracht. O de Lancôme (1969) und Eau de Rochas (1970) sind berühmte Beispiele, die man heute immer noch in den Regalen der Parfumerien findet.
1968, im Quartier Latin, nur wenige Schritte von den Studentenunruhen der Sorbonne-Universität entfernt, gibt eine kleine Pariser Marke ihr erstes Parfum, auch ein 'Eau', das aber rassiger ist, heraus. Im Mai 2008 feiert Diptyque das vierzig Jährige Jubiläum seines Eau und gibt dazu eine frischere Version heraus, die L'Eau de L'Eau getauft worden ist.

Und dann hat 1968 das Verhältnis zwischen den Geschlechtern verändert. Die Frauen konnten ihre Rechte einfordern und die Männer fingen an sich zu parfumieren, nicht nur als Ergänzung zum After Shave. 40 Jahre später gibt es keine Tabus mehr: Männer haben das Recht süße, orientalische Parfums zu tragen, die auch Blumennoten haben können. Man kann sagen, daß der Slogan 'Es ist verboten zu verbieten' in dem Universum der Düfte eine Realität geworden ist.