Die Parfums Kenzo kollaborierten bereits mit den Design... Ok
Joy, 1000, Eau de Patou, Sublime... Diese Düfte tragen alle denselben Namen: Jean Patou, eines der ältesten Parfümhäuser und eines der letzten drei (mit Guerlain und Chanel) mit einem Haus eigenen Parfümdesigner. Aus diesem Grund statten wir heute dem 38 Jahre "jungen" Designer einen Besuch ab.
Von Mathilde Gendron 20/07/01
Jean-Michel Duriez öffnet uns die Türen zu seinem Labor, in dem die schönsten Düfte von Patou stehen und veredelt werden. 1997 wurde er der "Tempelwächter", als er die Nachfolge von Jean Kerleo, 30 Jahre lang Chefdesigner des Hauses, antrat.
Mit dieser Einstellung kreierte der Parfümliebhaber Duriez das Parfüm "Amour de Patou". Dieser erfolgreiche Duft ist eine Ode an die romantische und zugleich ausgelassene Jugend, in der sich Rose und Jasmin mit Ligusterblüte und Osmanthus verbinden und steht ganz in der Tradition von Patou. "Die Rohstoffqualität ist essentiell, um ein gutes Parfüm zu kreieren. Im Hause Patou wird sehr viel Rose und Jasmin verwendet. Ein Teil meiner Aufgabe besteht darin, darauf zu achten, dass die Blütenqualität immer gleich bleibt." Auch nur die geringste Qualitätsänderung hätte eine katastrophale Auswirkung auf die Düfte. Aus diesem Grund besitzt Patou Jasmin- und Mairosenfelder in Grasse. Durch die hohen Kosten verschwinden diese Pflanzungen dort nach und nach.
Jean-Michel Duriez ist sehr darauf bedacht, die Tradition des Hauses Patou zu wahren und muss dennoch zugeben, dass "die heutige Parfümerie stark von Trends beeinflußt wird. Sie muss die Gesellschaft widerspiegeln." Und er fügt hinzu, "Parfümdesigner richten sich heutzutage eher nach Marketingtrends als nach Dufttrends. Es tauchen sehr viele kurzlebige Parfüms oder "Nischen"-Marken auf, aber kein einziger großer Dufttrend. "Die Parfümwelt wartet deswegen auf einen neuen Trend, so wie in den 80iger Jahren die äußerst kräftigen Parfüms oder Anfang der 90iger die "umweltfreundlichen" oder marinen Parfüms.
Normalerweise schließen sich Designer in ihr Labor ein und sperren die Welt aus, wenn sie neue Düfte komponieren. Jean-Michel Duriez hingegen bevorzugt es, so oft wie nur möglich im "Draußen" zu leben. "Dort finde ich meine Inspiration", gesteht er. Seine Kreationen werden oft von seinen Träumen und Duftvisionen inspiriert. Er fand während der Studienzeit zu seiner Berufung. An einem in Dämmerlicht gehüllten und von Bäumen gesäumten Bahnsteig. Durch die Farben - Orange, Rosa und Blau - die Gerüche und die allgemeine Abendstimmung eines wunderschönen, sonnigen Tages hatte er eine Duftvision. Dieses Parfüm lag nicht in der Luft, sondern existierte nur in seiner Vorstellung. Dieses wunderbare, perfekte Parfüm "war ein Traumgespinst, das ich immer noch verfolge und das mich weitermachen lässt."
"Der Beruf eines Parfümdesigner fasziniert... Aber dieser Beruf erfordert außerordentlich viel Arbeit. Man benötigt eine 10jährige Berufserfahrung, bevor man seinen Namen unter ein Parfüm setzen kann. Parfüms zu lieben, ist nicht ausreichend. Man muss geduldig und beharrlich sein. Jeder kann eine gute Nase haben und seinen Geruchssinn weiterentwickeln. Wie? Schnuppern Sie an den Rohstoffen, um Ihren Geruchssinn zu trainieren."
Jean-Michel Duriez machte diese Devise zu seiner eigenen, zur Freude aller, die Parfüms lieben.