Clara Molloy

Clara Molloy hat Erfahrung im Bereich von Luxus und verlagswesen. Sie hat eine alternative Parfummarke, Memo, herausgegeben.

Clara, sprechen sie etwas über ihre Marke Memo. Ws war der Grund, diese Marke zu gründen ?

Der Begriff ‘Memo’ kommt von dem Lateinischen ‘memor’, sich erinnern. Ich mag die Idee, daß ein Parfum eine direkte Verbindung zu dem sensibelsten Teil unseres Gehirn hat. Die Marke wird mit Reisen, mit Bewegung, mit dem Zurückweichen verbunden… Der Ausdruck ‘The journey is the destination’ (die Reise ist das Ziel) fasst gut die Einstellung von Memo, dem Herausgeber von verführerischen Parfums, zusammen.

Was sind ihre Einflüsse als Designerin ?

Meine Reisen haben natürlich die Gründung von Memo beeinflußt. Jedes unserer Parfums (Lalibela, Siwa, Inlé, Sundance) trägt den Namen eines Reiseziels, das ich besichtigt habe (daß heißt Äthiopien, Ägypten, Mynamar und die USA, AdR). Aber ich mag auch die Poesie und eine gewissen Art von Kunst, die mit Worten spielt, sehr gerne. Das reicht von Henri Michaux bis Cy Twombly. Die Wörter sind meine Rohstoffe. Bei einem Parfum ist die Geschichte wichtiger als der Rohstoff, der Akkord.

Woran erkennt man ihre Parfums ? Was sind ihrer Meinung nach die Markenzeichen ?

Ich versuche bei einem Parfum eine Atmosphäre, ein Gefühl wiederzugeben. Ich mag die Zerbrechlichkeit, die Sprünge, Bleistiftskizzen ; Das, was nicht ganz fertig ist, sondern nur angedeuted wird, eine gewisse Feinheit und Subtilität in dem Umgang mit Gefühlen. Die Kommas, die Auslassungspunkte… Das gilt für das Leben, wie für die Parfums.

Glauben sie, daß es für ihre Schöpfungen einen Unterschied macht, daß sie eine Frau sind ? Wen ja, welcher?

Nicht wirklich. Ich finde es schwierig Parfums ein Geschlecht, ein Charakter oder eine Verhaltensweise zuzuordnen… Das ist sehr kulturell. Wenn man sehr sensibel ist, kann einen sogar das Wetter beeinflussen. Die Geste, sich zu parfumieren, ist unendlich wertvoll, empfindlich und intim. Sie gehört zu einer gewissen Langsamkeit, Weichheit, Zärtlichkeit, zu einer Wehmut. Alles Dinge, die auch als männlich angesehen werden können…

Welche(s) Parfum(s) anderer Parfumeure hätten sie gerne geschaffen ? Warum ?

Mehre Parfums haben mein Leben bestimmt, aber ich würde nicht sagen, daß ich sie gerne geschaffen hätte : ich bin glücklich, daß sie existieren. Mein erstes Parfum war Fidji von Guy Laroche (ein Reiseziel, ist das wirklich ein Zufall ?). Danach habe ich Rive Gauche von Yves Saint Laurent getragen, Mitsouko von Guerlain, L’Eau de thé Vert von Bulgari und Féminité du Bois von Serge Lutens. Jedes dieser Parfums symbolisiert einen wichtigen Augenblick in meiner eigenen Geschichte. Ein Parfum zu tragen, ist wie eine Rolle zu spielen.

Wie werden die Parfums der Zukunft sein ? Haben sie selber einen Wunsch für die Zukunft ?

Es gibt keine Kreativität ohne Freiheit und ich wünsche allen Parfumeuren diesem Grundsatz treu zu bleiben. In « 22 parfumeurs en création «, dem Buch über Parfumeure, das wir herausgegeben haben, sagt der Flakondesigner Serge Mansau in seinem Vorwort sehr richtig : « Wenn man die Schönheit in seinem Herzen trägt, muß sie sich in allem was man tut ausdrücken ». Ich wünsche mir, an diesen Momenten der Schönheit teilzuhaben und sie in Flakons umzusetzen…