Der Fotograf und Regisseur Jean-Paul Goude, der zahlrei... Ok
« Ich liebe das Mutige, wenn es logisch ist »
Als ich noh sehr jung war, leitete mein Großvater Robert eine Parfumproduktlinie für Nina Ricci. Wir wohnten neben der Fabrik in der Nähe von Fontainebleau. An machen Abenden konnten wir die Gerüche der letzten Versuche riechen… So bin ich in das Universum der Parfumschöpfungen eigestiegen.
Für Juliette Has A Gun, meine von mir geschaffene Marke, habe ich eng mit dem Parfumeur Francis Kurkdjian zusammengearbeitet.
Mein Großvater hat mich inspiriert. Manchmal, als ich seine neuesten Versuche roch, habe ich mich von ganzem Herzen gefreut ! Das war in der Regel ein gutes Zeichen, und ich glaube, es hat ihm in seinen Entscheidung geholfen. Er hatte eine sehr schöne Vorstellung von Weiblichkeit, sehr zart. Für mich war das ein großer Mann (obwohl von kleiner Körpergröße), der schöne Dinge gemacht hat, die ihre Zeit überdauern, was ein Zeichen für Qualität und Handwerk ist.
Sie haben ein Siegel Juliette Has A Gun ! (lacht). Ich bin auf halbem Weg zwischen der traditionellen Parfums aus Rohstoffen und modernen Parfums. Ich benutze Gegenwartsbilder mit Rohstoffen, die für die höherern Parfums bestimmt sind. Das heißt nicht unbedingt, das sie natürlich sind. Es gibt synthethische Stoffe die fein sind, aber das Schöne ist oft selten und somit teuer. Für das Design mag ich vor allem Kontraste, lebendige Farben, Extreme. Aber nicht nur. Ich liebe das Mutige, wenn es logisch ist.
Für mich darf ein Parfum nicht nur angenehm im Geruch sein. Wenn sie es einatmen, müssen ihnen dazu Bilder kommen, die Haut muß prickeln. Wenn ich Chanel N°5 und seine Rosen-Aldehydnote rieche, die unter allen anderen zu erkennen ist, spüre ich die Eleganz der Epoche, in der es geschaffen wurde. Ich sehe Coco Chanel.
Diese Duftgegenstände sind selten und das letzte, das ich gespührt habe, war Musc for her von Narciso Rodriguez. Es hat diese ultraweibliche Note und ist zugleich sehr dynamisch und zeitgemäß. Ich mag die Herznote sehr. Es ist schließlich Francis Kurkdjian, der sie geschaffen hat und als ich einen Parfumeur für Juliette Has A Gun gesucht habe, bin ich sofort zu ihm gegangen. Es konnte nur er sein.
Ich glaube, daß es heute ein zu großes Angebot an Parfums gibt. Berühmtheiten, Modemarken… selbst Fernsehshows… alles ist Vorwand um ein Parfum herauszugeben. Ich bin dagegen. Ich bin der Meinung, daß Parfumherstellung eine Kunst ist, die geschützt werden muß. Kreationen, die zu sehr vom Marketing und Verbrauchertests beeinflußt sind, machen mich traurig. Meistens sieht man und riecht das auch.
Ich glaube, daß die Zukunft eine Auswahl treffen wird. Für mich muß beim Luxus neben der Qualität der Rohstoffe, die perfekt sein müssen, der Service und die Präsentation eine Rolle spielen, und deswegen nicht für jedermann erreichbar sein. Man kann nicht so tun etwas « Außergewöhnliches » im « Selbstbedienungsladen » anzubieten ! Das entspricht nicht der Vorstellung von Luxus. Ich hoffe, daß in der Zukunft Luxus wieder enger gefaßt wird.
Ich hoffe auch, daß es mehr Geruchschocs geben wird. Und daß Juliette ein langes Leben hat.
Anmerkung : Romano Ricci und Juliette Has A Gun sind unabhängig von der Marke Nina Ricci