Der Juwellier Van Cleef & Arpels gibt Ende August e... Ok
« Ich mag dunkle und mysteriöse Stoffe, mit Blümchen habe ich nichts zu tun … »
Ich bin 30 und entwerfe seit 6 Jahren Parfums. Als ich klein war, faszinierte mich Tanzen und ich konnte mir ein Leben ohne Tanzen gar nicht mehr vorstellen. Ich habe dann Medizin studiert um Kinderpsychiaterin zu werden, aber mir ist schnell klar geworden, daß meine Bestimmung woanders lag. Eine gute Fee hat mich mit der ISIPCA bekannt gemacht, die Parfumschule in Versailles, auf die ich dann gegangen bin. Ich habe bei Charabot gelernt und dann 2001 bin ich in der Schweiz bei Firmenich als auszubildende Parfumeurin eingetreten. Ich habe in den USA gearbeitet und seit zwei Jahren bin ich in Paris, wo ich mich auf die ‘Parfumerie fine’ spezialisiere. Davor habe ich viel im Bereich des Bodycare gearbeitet. Ich habe zum Beispiel Formeln für die amerikanische Schönheitsmarke Bath & Body Works, sowie für L’Oréal entworfen. Für mehrere italienische Modemarken habe ich Parfums entworfen, wie Krizia oder Miss Sixty, für die ich Elexir geschaffen habe. Und dann gibt es Mandarine Basilic für Guerlain, ein Duft der Linie Aqua Allegoria, das im Frühjahr herauskommt.
Meine wichigsten Einflüsse kommen von allem was mich alltäglich umgibt. Der Geruch von meinem Kamin im Perigord, der Geruch vom Speicher, der Fensterkitt. Der Humus, frisch geschnittene Tanne, die Entzündung eines Streichholzes… Jeder dieser kleinen Augenblicke des Lebens kann der Auslöser für eine Schöpfung werden.
Ich mag die strukturierten Noten von Holz, Balsam, Patschuli… Ich mag die etwas dunklen und dichten, mystischen und mysteriösen Rohstoffe.
Ihr androgyner Charakter gibt Parfums Mysterium und Sinnlichkeit… Mit Blümchen habe ich nicht sehr viel zu tun ! (Lachen)
Meine Düfte haben oft einen doppelseitigen Charakter…
Viele ! Selbst wenn ich keine Lust habe die Geheimnisse der Parfums, die ich liebe, zu entlüften… Ich hätte gerne Shalimar geschaffen. Es verkörpert durch die Verbindung von Frische und Sinnlichkeit, die perfekte Weiblichkeit. Außerdem habe ich großen Respekt vor Parfumeurs, die es wagen, einen Klassiker neu zu interpretieren oder eine Materie in Übermaß zu benutzen… Alles Revolutionäre ist eine Quelle für Inspiration…
Ich stelle sie mir zwei Universen vor. Auf der einen Seite, die Ultrakreativen, die grenzenlos bis ins Extreme kreativ sind und sich bloßstellen. Und dann die andere Kategorie für das breite Publikum, die eine sehr entwickelte Technik benutzen wird. Beide werden sich gegenseitig beeinflussen. Die Technik dient der Kreativität und die Kreativität wird Parfums für das breite Publikum inspirieren.
Ich hoffe, daß uns die Wissenschaften erlauben werden mehr mit Natürlichem zu experimentieren… Eine Herausforderung für Morgen wäre es, Parfums für die Entwicklungsländer zugänglich zu machen. So könnten wir ihre Kulturen entdecken. Das wird der Parfumerie einen neuen Elan verleihen !